Baumwolltaschen-Scheißesturm, die II.

Nachtrag zum Baumwolltaschen-Scheißesturm.

Betroffene Unternehmerin gibt Statement zum Baumwolltaschen-Scheißesturm ab. -stop-

„Eine Mama-Bloggerin schrieb abends, dass sie zwei nahezu identische Taschen gekauft hat. Eine von uns, eine aus Indien. Lese den Blogartikel drei mal. Gehe zum Kühlschrank, hole eine gute Flasche Gewürztraminer, denn eine beschissene Situation erfordert einen wirklich guten Wein! Exe die Flasche!“


Unternehmerin sieht Scheißesturm heraufziehen. -stop-
Will am Morgen sofort mit Verantwortlichen sprechen, Klarheit schaffen. -stop-
Bei Ankunft in Näherei glühen Telefonleitungen bereits, Scheißesturm beträchtlich angewachsen. -stop-

„Ein Shitstorm ist immer ein Problem. Dieser richtete sich zwar gegen die Drogerie-Kette, doch durch unser Produkt waren wir mittendrin. Das ist noch eine Nummer heftiger!“

PR Abteilung gibt nach etlichen tausend Reaktionen im Netz ( = spät) Statement heraus. -stop-
Netzgemeinde empört sich noch mehr. -stop-
Unternehmerin hat noch kein Gehör beim Verantwortlichen gefunden. Kopiert und veröffentlich sein Statement. -stop-
Empörung der Netzgemeinde schwillt weiter. -stop-

„Es wird wahnsinnig viel in jeden gesagten Satz hineininterpretiert. Durch ungeschickte Äußerungen verlagerte sich der Sturm schlussendlich Richtung Drogerie-Kette. Wir konnten weiternähen.“

Gespräch zwischen Unternehmerin und Drogerie-Kette hat inzwischen stattgefunden. -stop-
Die regionale, soziale, nachhaltige Näherei aus Deutschland bleibt weiter Lieferant. -stop-

„Niemand hätte sich aufgeregt, wenn die indischen Taschen von Anfang an beworben worden wären. Auf der Skala lag die Stärke des Shitstorms zwischen Stufe vier und fünf, angefühlt hat es sich wie 47!“

Sina Trinkwalder (Manomama) auf dem 7. Niedersächsischen Unternehmerinnen-Kongress in Hannover, 6. Dezember 2014 #uko2014

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