Fundstück: Praktikantin in der Textscheune (Zukunftstag)

In Niedersachsen schnuppern jedes Jahr im April Schüler der weiterführenden Schulen einen Tag lang in einen Beruf.
Zitat Niedersächsisches Kultusministerium: Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen erhalten an diesem Aktionstag Einblicke in verschiedene Berufe, die geeignet sind, das traditionelle, geschlechtsspezifisch geprägte Spektrum möglicher Berufe für Mädchen und Jungen zu erweitern. Sie können an Aktionen in Betrieben, Hochschulen und Einrichtungen teilnehmen und sollen so Berufe erkunden, die sie selbst meist nicht in Betracht ziehen.
Im berüchtigten Hochdeutsch dieser Region heißt das: Die meisten stürmen im ersten Jahr den Arbeitsplatz der Eltern, im zweiten Jahr nochmal, im dritten besuchen sie einen Verwandten. Solange diese in verschiedenen Branchen Dienst leisten, ist das durchaus sinnig. Danach stehen ohnehin längere Betriebspraktika zur Berufswahl an.

Die Textscheune bekam 2013 Besuch von einer Tagespraktikantin, die sich ein eigenes Bild von der bunten Welt der Medien machen wollte.
Nach der Einweisung morgens um 7.30 Uhr stand als erster Termin die Redaktionssitzung des Magazins Asphalt in Hannover an. (Mit Öffis dauert das Reisen etwas länger …) Die Praktikantin lauschte und machte sich eigene Notizen.

Praktikantin zwischen Redaktionssitzung in Hannover und PR-Termin
Praktikantin zwischen Redaktionssitzung in Hannover und PR-Termin am Deister

Gegen Mittag zeigte der Kalender einen PR-Termin bei einem Handwerker in Barsinghausen an. In schönster Frühlingssonne durfte die Fünftklässlerin mit der Ersatzkamera eigene Motive suchen. Sie entschied sich, die Chefin mit einer Fotoserie bei der Arbeit zu dokumentieren.

Chefin auf Motivsuche, die erste
Chefin auf Motivsuche, die erste
Chefin auf Motivsuche, die zweite
Chefin auf Motivsuche, die zweite

Zurück in der Redaktion hatte sie die Aufgabe, ein Interview zu führen und so auszuarbeiten, dass es veröffentlicht werden könnte. Passend zum Anlass des Tages befragte sie einen Fernsehjournalisten zu seinem Werdegang. Auch das aussagekräftige Foto besorgte die Jungjournalistin, die den Beruf im Nachhinein als „zu anstrengend“ bis auf weiteres nicht weiter verfolgt. Feierabend mit allen Nacharbeiten und Korrekturschleifen war deutlich nach 18 Uhr, so lange Tage sind nicht unüblich in der Branche.

Interview anlässlich des Zukunftstags 2013 mit RTL-Reporter Cord Eickhoff /Frankfurt, Main zum Thema WERDEGANG

RTL-Reporter Cord Eickhoff wurde in Gehrden geboren und hat die gleiche Grundschule besucht wie du. Finde heraus, wie er TV-Reporter wurde! Frage nach Schulausbildung, Werdegang, ob es immer sein Berufswunsch war, Reporter zu werden! Besorge auch ein Bild von ihm bei der Arbeit!
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Frage: Wollten Sie als Kind auch schon Reporter werden ?
Antwort: Ja! Aber als ich noch ganz klein war, wollte ich erst Maurer werden oder Schaffner.

F: Was ist an Ihrem Beruf kompliziert?
A: Ich bearbeite mit vielen Kollegen (Reporter, Kameramann, Tonassistent, Cutter, Zentralredaktion, Schlussredaktion etc.) gemeinsam einen Beitrag, bis er fertig ist. Dabei muss ich unter hohem Zeitdruck zunächst Informationen recherchieren und dann die unterschiedlichen Umsetzungsvorschläge in den Beitrag mit einfließen lassen. Weil jeder eine andere Vorstellung hat, wie es werden soll, ist es manchmal schwer, eine gemeinsame Lösung zu finden.

F: Welche Sachen machen Ihnen viel Spaß an Ihrem Beruf?
A: Ich lerne viele unterschiedliche Menschen kennen und reise viel herum, sogar ins Ausland, und die vielen unterschiedlichen Themen sind auch sehr spannend.

F: Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden?
A: Ich wollte es als Kind ja schon gern machen, habe es dann einfach mal ausprobiert, es hat geklappt und hat Spaß gemacht.

F: Welche Ausbildung haben Sie?
A: Ich habe Abitur gemacht, dann studiert und bin Diplom Sportwissenschaftler mit Schwerpunkt Medien und Kommunikation und habe dann noch auf der RTL-Journalistenschule ein Volontariat absolviert.

F: Sind Sie der Chef und wie viele Mitarbeiter haben Sie?
A: Nein, ich bin nicht der Chef. Wir haben bei RTL in Frankfurt einen Geschäftsführer, der der Chef für alle 40 Mitarbeiter ist. Ich verantworte als Chef vom Dienst die Drehs, Beiträge und Live-Schalten aus Frankfurt, die in den bundesweiten Informationssendungen der RTL-Mediengruppe ausgestrahlt werden.

F: Würden Sie den Beruf weiterhin empfehlen?
A: Ja, weil er Spaß macht! Aber ich kann nicht sagen, wieviel Zukunft dieser Beruf hat.

Vielen Dank für Ihre Zeit, Herr Eickhoff!

RTL Reporter Cord Eickhoff
RTL Reporter Cord Eickhoff

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