Leben – Ein Weg

 

Ein Mensch geht seinen Weg

Ein Mensch geht seinen Weg. Von der Wiege über Kindergarten, Schule und Studium, Familiengründung und Auseinanderbruch, Jobmisere und Altenfürsorge. Das ganz normale Leben.

Journalismus, Berufung für den Menschen. Er lernt den Begriff „prekäre Arbeit“ nicht nur theoretisch kennen.
Der Mensch kümmert sich nach dem Auseinanderbruch der Familie um die Kinder, vollkommen allein. Jedes Wort, jeder Cent, jede Minute.
Ein Angehöriger erkrankt, benötigt Unterstützung. Der Mensch hilft, die letzten paar Wochen gemeinsam verbringen.
Seine Arbeit löst sich auf, über Nacht verschwindet die komplette Firma nach 126 Jahren.
Die nächste Arbeit: schwindet ebenso.
Sein Lappen zum Klinkenputzen wird löchriger, er wird einen neuen besorgen.

Die Kinder? – Seine Kinder, sein Problem! Öffentliche Betreuung ist immer noch Glückssache.
Der Angehörige? – Glückt gehabt! Trotz tödlicher Nebenerkrankung, hinzunehmende, seltene Nebenwirkung, lebt der noch. Eins, zwei, drei, vier Jahre.
Kennen Sie den: Totgesagte leben länger?!

Manche Fortbildung absolvierte der Mensch seitdem: „Deutschland, deine Pflegeversicherung“ und „Soziales Netz nur für Angestellte“, „Arztprognosen: Glaubwürdigkeit unter 50 Prozent“ und „Rundreise durch die wundersame Welt der verschreibungspflichtigen Betäubungsmittel“. Außerdem natürlich den Klassiker: „Formulare, Formulare von der Wiege bis zu Bahre“.

Der Mensch hat Herzschmerz. Mächtig gewaltig.
Und geht seinen Weg.

Ein Gedanke zu „Leben – Ein Weg

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