Weltfrauentag 2015 – notwendig wie eh und jeh

Frauen dürfen in Deutschland so gut wie alles. Aber sie wollen einfach nicht. Nun werden sie sogar per Quote in Vorstände großer Unternehmen gehieft. Denn von alleine gehen sie ja offenbar nicht.

Alles steht ihnen offen, sie nehmen es nur noch nicht an.

Eine Frau darf lernen und studieren. Das tut sie. Sie darf arbeiten. Das will sie. Es gibt zwar drei Einstellungshindernisse (kriegt bald Kinder, hat schon Kinder, ist wegen Kindern zu lange raus aus dem Job), aber sonst: kein Problem.

Zum Glück gibt es inzwischen die großartige Ansprüche auf (Ganztags-) Betreuung ab gefühlt drei Stunden nach der Geburt, die ihr bei Vereinbarkeitsproblemen helfen.

Im Angebot sind ein Tagesmutterplatz im 7. Stock eines Hochhauses im sozialen Brennpunkt, fehlende Kita-Gruppenplätze oder der 4-Stundenplatz vormittags in Jottwedee. Aber Frauen sind sehr wählerisch, wenn sie eine für ihr Vereinbarkeitsmodell passende Kinderbetreuung suchen.

Ähnlich sieht es aus bei der nahezu flächendeckenden Ganztagsbetreuung an (niedersächsischen) Grundschulen. Dabei betreuen die, in der Regel offenen Ganztagsbetreuungen, doch alle Schüler sicher bis zum frühen Nachmittag, etwa 15 Uhr. Also: Sie bewahren die Kinder auf.
Sonst nicht viel. Geben sich Mühe, haben aber aus politischen Gründen so gut wie keine Mittel.

Frauentag 2015
Phantomgleiche Gesellschaft. Wer kümmert sich um den Nachwuchs?

Ups, Moment! Schon wieder haben die Frauen die Kinder an sich gerissen und sich alle betreffenden Themen zu eigen gemacht!
Da gehört doch biologisch ein Mann dazu (außer damals bei Maria)! Wo sind diese Männer?
Antwort in viel zu vielen Fällen: verschwunden ohne Abschliedslied. Sang- und klanglos. Frauen und Kinder: mittellos.

Wenn sie nicht verschwunden sind, drängt die Gesellschaft sie oft aus dem Leben der Kinder. Grundschulen können nämlich auch im Jahr 2015 noch nicht auf die Hilfe der Mütter verzichten.
Das System setzt voraus, dass a) Kinder zu Hause alles wiederholen, und dass b) Mutti das bitte mit ihnen macht. Denn Vati muss ja Gehalt machen. Oder sich in seinem neuen Leben neu erfinden.
Die Betreuung, siehe oben, macht es schließlich auch nicht.
Auch bei anderen Veranstaltungen im Schulalltag ist mütterliche Hilfe (sic!) fest eingeplant: Eislaufunterricht in Norddeutschland, Sportfeste, Aktionstage etc. Gerne gesehen sind Mütter auch bei Klassenfahrten als zweiter Erwachsener und beim Großreinemachen des Schulgebäudes vor den Ferien. (Kein Geld für eine Putzfee, und Mütter können das doch erstens gut und zwotens gerne. Kein Scherz!)
Da bleiben keine Fragen offen.

Weil eine Betreuung aus Kostengründen nur bis rund 15 Uhr an drei Tagen pro Woche angeboten werden kann, übernehmen Mütter freiwillig an den anderen beiden Tagen. (40% der „Gesamtarbeitszeit“, ein Manager würde für diese Quote gefeuert!)
Auf Mütter kann das Schulsystem einfach nicht verzichten.

Arbeitende Eltern Frauen übernehmen die Verantwortung für die Ernährung und Erziehung ihrer Kinder. Immer öfter auch gleichzeitig noch für die Pflege der eigenen Eltern oder Schwiegereltern. Sandwichgeneration. So viel zu tun. Nie genug geschafft. Und Lehrer sprechen auch 2015 gerne noch von weiblicher Selbstverwirklichung auf Kosten der Kinder und beugen vor, indem sie sich selbst mütterliche Hilfe (sic!) sichern. Ähem.
Frauen sind also aufgrund ihrer Fähigkeiten überall sehr begehrt und können es sich daher aussuchen, was sie tun und was nicht. Das tun sie, und sie fragen Männer respektive Väter gar nicht erst.

Weil Mütter so auf Rum und Ähre stehen, bevorzugen sie naturgegeben auch als studierte Ärztin, Journalistin oder Kontrollerin die hilfspädagogische Laufbahn. Ihnen kommt schließlich per Entbindung, wofür staatlich geprüfte Erzieher fünf Jahre lernen oder Lehrer zwei Staatsexamen machen. Wünschte man sich nicht mehr von diesen Spontan-Ausbildungen?!

Stimmt doch gar nicht! Ist aber so. 

Ich sehe das so, weil ich das gestern, heute und wohl vermutlich auch morgen so erlebe. Im Jahr 2015. Weil ich als Mutter für meinen Nachwuchs alleine zuständig bin, trotz vermeintlich toller Ganztagsschulen und Scheidungsgesetze. Trotz theoretischem Unterhalt für Kinder auf Papier und einem anderen Elternteil, das sich sehr ausgiebig um die Kinder kümmern könnte.

Die Freude mit den Kindern gebührt mir allein. Die Sorgen schultere ich ebenfalls alleine.
Ich sage das, trotz einer ausreichenden Zahl an Pflegeheimplätzen, die in Beurteilungen mit Bestnoten abschneiden. Die aber weder Würde noch Eigenheiten der Bewohner berücksichtigen können. Konkret: die unzumutbar sind.
Weil es ermüdend ist, immer wieder zu hören, wie toll doch heute schon alles geregelt ist, wenn frau täglich erlebt, dass im besten Fall wenig davon „läuft“.

Ermutigende Schritte sehe ich in der Vernetzung einer wachsenden Zahl netzaffiner Mütter. Sie identifizieren generelle Probleme und bringen sie ins öffentliche Bewusstsein. Das ist ein erster Schritt. Synergien, die im Zeitalter von Smartphone in Elternhänden auf dem Spielplatz gebündelt werden, statt in Millionen von isolierten Haushalten zu verpuffen. (Und b.t.w. auch viele Mütter wahnsinnig oder depressiv oder beides machen. Totale Verschwendung von nationalen Ressourcen!) Aktiv verschaffen sich u.a. folgende Mütter immer wieder Foren: Sonja alias Mama notes, die sich gegen Helikopter-Elternschaft positioniert und vom Handy auf dem Spielplatz schrub, Edupreneurin Béa Beste mit der aus der Werbung bekannten Tollabox, Christine alias Mama arbeitet zu Themen den ´allein erziehen´ und ´selbständig erwerbstätig´ oder Patricia alias Das Nuf, IT-Projektleiterin, Mutter und Berliner Publizista und natürlich Anpackerin Sina Trinkwalder von Manomama aus Augsburg.

Ein Hoch auf alle Frauen und Mütter, die Verantwortung übernehmen! Sie tun es, akzeptieren daraufhin oft lebenslang gravierende Nachteile und bekommen dafür nicht mal Dank.
Frauentag 2015, auch in Deutschland immer noch berechtigt!

 

 

 

 

 

 

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.